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Produktion
 

Die Produktion von Ethanol findet in Deutschland entweder in großen zentralen Anlagen wie der Südzucker Bioethanol GmbH statt, oder aber in kleineren dezentralen Anlagen, wie z.B. in den über 800 landwirtschaftlichen Verschlussbrennereien (angegliedert an die Verschlussbrennerein sind lt. Brennereiverband ca. 7.500 - 8.000 landwirtschaftliche Betriebe)

Das Input/Outputverhältnis liegt bei modernen Anlagen je nach Rohstoff und Nebenproduktverwertung zwischen 1:1,4 und 1:3,1. Eine aktuell vom BMVEL geförderte Studie zeigt, dass sich der Energiegewinn noch erheblich steigern lässt.

So stellen wir uns die Bereitstellung von E85 vor:

Die großen zentralen Anlagen stellen die großen Mengen Alkohol für die zukünftige Beimischung zum Ottokraftstoff laut EU Richtlinie (5,75% bis 2010) bereit. 

Die kleinen landwirtschaftlichen Brennereien befördern den Rohalkohol wie bisher zu den nahen Sammelstellen (Monopolverwaltung). Dort wird dem Alkohol wie auch jetzt schon das Wasser entzogen. Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, werden dort 15 % Ottokraftstoff zugemischt. Man erhält den Kraftstoff E85. E85 kann so in kleinen regionalen Kreisläufen flächendeckend bereitgestellt werden und damit die vorhandene Infrastruktur nutzen. Dieses Szenario dient der langfristigen Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sowie der Stärkung der heimischen Wirtschaft.

Schon heute funktioniert es:
Eine Initiative von landwirtschaftichen Brennereien aus Nordrhein – Westfalen hat sich diese Maxime „aus der Region für die Region“ zum Ziel gesetzt und bietet seit kurzer Zeit E85 Regionol an.
E85 Regionol

 
Herstellung von Ethanol:
 

Als Rohstoff kommen hauptsächlich stärkehaltige (Weizen, Tritikale, Roggen, Kartoffeln, Mais...) oder zuckerhaltige (Zuckerrüben) Agrarprodukte in Frage. Theoretisch wäre auch eine Produktion aus lignozellulosehaltigen Pflanzen denkbar (Holz, schnellwachsende Gräser...).

Die Herstellung von Ethanol erfolgt generell in drei Schritten:
1. Verzuckerung der Stärke
2. Vergärung
3. Destillation

Um die Stärke zugänglich zu machen, erfolgt im ersten Schritt eine mechanische Zerkleinerung und anschließend eine Bedampfung von Getreide oder Kartoffeln. Als nächstes werden Enzyme zugesetzt die den langkettigen Zucker in einfache Zucker umwandeln, denn nur der einfache Zucker kann mit Hilfe von Hefe zu Alkohol vergärt werden.

Bei der Vergärung der Maische mit Hefe wird Zucker zu Alkohol, CO2 und Wärme umgewandelt.
Durch Destillation kann nun der Alkohol gewonnen werden.

Die übrig bleibende „Schlempe“ kann als ein hochwertiges Tierfutter, zum Speisen einer Biogasanlage oder notfalls als Dünger Verwendung finden.
Der durch Destillation gewonnene Rohalkohol wird mit 83 Vol% bis 87 Vol% abgeliefert. Für höherprozentigen Alkohol sind spezielle Schutzmaßnahmen im Umgang und bei der Lagerung erforderlich, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Da Alkohol hydrophile (wasseranziehende) Eigenschaften hat, kann durch Destillation maximal 96%iger Alkohol gewonnen werden. Nur durch einen weiteren Verarbeitungsschritt, die sog. azeotrope Rektifikation, kann 100%iger Alkohol produziert werden. Hierbei wird dem Alkohol das restliche Wasser entzogen.

Uns geht es in erster Linie darum, weitere Vermarktungsmöglichkeiten über die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu schaffen! Davon profitieren die genossenschaftlichen Brennereien ebenso wie die zentralen Ethanolproduzenten.

 
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